Einkaufsbummel mal anders – Ein Ausflug in der Favoritenstraße

Schon wieder auf der Kärntner Straße entlang flanieren, in der Mariahilfer Straße von einem Geschäft ins andere hüpfen oder ein Einkaufszentrum, wie die SCS, unsicher machen? Laaangweilig! Außerdem ist man durch den Überfluss an Angeboten garantiert immer dazu verleitet irgendetwas zu kaufen, weshalb man auch schnell mal eine Menge Geld für Dinge, die man „wirklich dringend braucht“, liegen lässt. Wie könnte man diesem Unheil also am besten entgegenwirken? Ganz einfach: Irgendwohin „shoppen“ gehen, wo man mit großer Wahrscheinlichkeit sowieso nichts findet. Deshalb mein (wenig) einladender Vorschlag: Macht doch mal einen Shopping-Ausflug ganz woanders hin, zum Beispiel in die Favoritenstraße. Die Ausbeute wird vermutlich nicht ganz so üppig sein, aber euer Geldbörserl wird es euch danken.

Doch genug geredet. Ich nehme euch mit auf einen kleinen Streifzug zwischen Keplerplatz und Reumannplatz und zeige (weniger) exklusive Eindrücke einer Einkaufsstraße der anderen Art.

(P.S.: Vom Ernstnehmen dieses Beitrags wird tunlichst abgeraten. Ausprobieren auf eigene Gefahr 😉 )

Hier beginnt meine Erkundungstour: Schon bei der Station Keplerplatz ist ordentlich was los. Wenn so viele Leute da sind, kann es doch eigentlich gar nicht so schlecht sein, oder?

Ich muss feststellen: Einen Preis für ihre ästhetische Erscheinung wird der Straße wohl nicht verliehen werden. Außerdem bin ich unsicher, wo ich mit meiner Tour beginnen soll. Denn es gibt zwar viele Geschäfte, deren Namen sind mir aber teilweise völlig fremd. Das sollte mich jedoch nicht weiter stören: Ich bin ja hier, um zu erkunden, was ich noch nicht kenne. Also los geht’s!

Neben bekannten Geschäften findet man unzählige Läden, wo es einfach alles gibt. Von Duftkerzen und Technikzubehör über Zahnbürsten, bis hin zu Fliegenklatschen. Und selbst von allem gibt es noch zu viel: Bei überladenen Räumen und viel zu engen Gängen ist stressige Einkaufshysterie vorprogrammiert.

Ebenfalls „interessant“: Manche Läden haben sich entschieden, ihre Produktpalette nicht ganz so breit zu fächern, doch sie führen ein recht ungewöhnliches Produktsortiment. Einerseits werden technische Geräte angeboten (Wer also einen PC mit dem Betriebssystem Windows 98 sucht, sollte schnell zugreifen!), andererseits kann man aber auch Schmuck erwerben (Menschen mit eher außergewöhnlichem Geschmack könnten hier eventuell fündig werden).

Eine weitere Besonderheit: Die Favoritenstraße spielt in multikultureller Hinsicht in der obersten Liga mit. So kommt beim Durchspazieren nahezu ein urlaubsähnliches Ambiente auf. Von Arabisch zu Bosnisch und Kroatisch bis hin zu Türkisch bleiben für Sprachbegeisterte keine Wünsche offen.

Wer zur Weihnachtszeit vorbeischaut, kann sich besonders glücklich schätzen, es gibt nämlich auch einen Christkindlmarkt in der Favoritenstraße. Daher mein Geheimtipp an alle Weihnachtsliebhaber: Wenn ihr die typischen Christkindlmärkte à la Rathausplatz, Spittelberg und Co. satt habt, könnt ihr nach diesem aufregenden Shoppingtrip auch gleich hier nach Gescgenkideen schmökern oder euch einen Punsch gönnen. Auch wenn die maßlos überladenen und schrill beleuchteten Marktstände Besucher nicht unbedingt in Weihnachtsstimmung versetzen, so bringen sie doch wenigstens zum Schmunzeln.

Schrill und überladen? Zugegebenermaßen lässt ein erster Blick auf diesen Adventmarkt alles andere als solche Schlüsse vermuten. Wagt man es aber, sich ins Getümmel zu stürzen, so blinkt und leuchtet es bald von allen Seiten in erdenklich vielen Farben. Es ist nicht zu übersehen – versprochen!

 

Nach so vielen schrägen und leuchtend bunten Eindrücken wird es Zeit für eine Stärkung. Wer Döner, Fastfood oder Würstel mag, sollte reichlich Alternativen haben und die passende Verpflegung ohne Probleme ausfindig machen. Ist man hingegen auf der Suche nach neuen, trendigen In-Lokalen, so könnte sich diese Mission schon als etwas schwieriger herausstellen.

Was weniger schwer zu finden sein, sondern sogar stark ins Auge stechen dürfte, sind die vielen (größeren und kleineren) Baustellen, auf die man beim Dahinschlendern trifft.

Demnach wird also wahrscheinlich ständig etwas unternommen, um diesen Ort zu verschönern. Und wer weiß – vielleicht wird die Favoritenstraße ja einmal zur begehrtesten Shopping-Meile Wiens.

Falls dieser Plan allerdings nicht aufgehen sollte, so hat es die Favoritenstraße immerhin in unsere Rangliste der nicht besonders sehenswerten Plätze Wiens geschafft.

 

3 Kommentare
  1. Wolfgang Baumann
    Wolfgang Baumann says:

    I loss ma mei Favoriten ned schlechtreden ! 😀 … aber die FuZo Favoritenstrasse ist wirklich eine Ausgeburt an Unatraktivität und die Qualität der Produkte sinkt immer weiter (auch wenn man das kaum für möglich halten sollte) – ABER: Wenn man schon dort ist, sollte man unbedingt – untertags – den Bauernmarkt in der Leibnitzgasse besuchen: Auch schiach, aber gut und billig !

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    • Ritchie says:

      Ja ja, die Favoritenstraße hat schon so ihre Reize – und außerdem kriegt man parallel in der Laxenburger die beste Currywurst Wiens. “Schiach, gut und billig!” wär übrigens ein super Slogan für eine Gemischtwarenladen *g*

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